Aussteigen.

Ich hatte vor Kurzem mal wieder eine Zeit der Strenge hinter mir. Intervallfasten hieß die neue Diätfalle, in welcher ich mich zum Glück schnell ertappt habe. Intervallfasten hieß bei mir: acht Stunden essen, 16 Stunden fasten. Und das, obwohl ich mit mir selbst die feste Vereinbarung getroffen habe, nie wieder zu diäten. Mein Weg ist eben nicht gradlinig. Und das ist okay. 

Wie tief manches sitzt.

Das ist keine Wertung, sondern eine mitfühlende Beobachtung, die es mir ermöglicht nach vorne zu blicken.

Ich habe so viele Zeiten reglementierten Essens hinter mir, dass ich die Nebenwirkungen nur zu gut kenne. Der Unterschied zu früheren Zeiten ist aber, dass ich diese Nebenwirkungen nicht mehr akzeptiere. Der Einsatz ist zu hoch.

Ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt, weil das ständige Gedankenkarussell ums Essen mehr und mehr Fahrt aufgenommen hat. Blöd nur, dass mir dabei ganz schlecht wird und ich einfach nur hier raus will.

 

Andere Nebenwirkungen von Diäten, die ich noch von früher kenne sind zum Beispiel:

  • Essanfälle.
  • Wenig Selbstvertrauen, wenn es ums Essen geht, aber auch allgemein.
  • Ich fühle mich weniger wert, weil ich die Diät ja doch nicht für immer halten kann.
  • Ich fühle mich schuldig und schäme mich.
  • Mein Körper legt Energie an, um sich vor der nächsten Hungersnot zu schützen (träger Stoffwechsel) -> Gewichtszunahme
  • Sozialer Rückzug, Einsamkeit.
  • Meine eigentlichen Probleme sind auch mit weniger Gewicht noch da.
  • Essstörung.

Ich bin dankbar für meine Beobachtung, dass ich gelernt habe aufmerksam und mitfühlend für mich selbst zu sein. Ich bin dankbar dafür, dass ich heute so schnell aussteigen kann.

Das tut gut. Manchmal bekommen wir durch einen Schritt rückwärts, die Möglichkeit, erst richtig Anlauf zu nehmen.

Anlauf in die Freiheit, die im Hier und Jetzt beginnt.

In Liebe,

Lena

 

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