Diäten können herrlich sein. Sie können Struktur und Kontrolle geben und somit eine wichtige Stütze im Leben sein. Diäten geben uns Hoffnung, dass Probleme mit dem Selbstwert, oder der Familie, Freunden und im Beruf endlich gelöst werden.

 

Leider ist das oft ein Weg ohne Perspektive.

 

Das Ess-Verhalten zu kontrollieren, ist keine Lösung für unsere Probleme. Stattdessen entstehen nur noch mehr Probleme.

 

Das Durchführen einer Diät erhöht, wissenschaftlich belegt, unser Risiko, mehr zuzunehmen, nicht zuletzt weil unser Körper sie als Hungersnot erlebt. Entscheiden wir uns für eine Diät, entscheiden wir uns zu kämpfen – und zwar gegen uns selbst. Gegen unsere inneren Signale wie Hunger, Sättigung oder oft auch Geschmacksvorlieben.

Ich unterstütze Sie dabei, eine positive innere Haltung zum Essen, Ihrem Körper sowie Ihrem Geist einzunehmen, indem Sie auf Ihre Weise lernen Frieden zu schließen. 

 

Ich begleite Sie dabei, Ihre Diätmentalität abzulegen und sich an Ihren inneren Signalen zu orientieren. Was erfahren Sie über sich, wenn Sie Sich wohlwollend beobachten anstatt Sich zu verurteilen? Sie werden Sich selbst eine aussichtsvolle Orientierung geben können anstatt äußeren Regelungen zu gehorchen, die niemand auf Dauer halten kann.

 

Beim Essen perspektivvoll zu sein, bedeutet an sich und das eigene natürliche Essverhalten zu glauben. Es ist auch ein Selbstvertrauen zum eigenen Körper sowie seinen Hunger- und Sättigungssignalen. Wer perspektivvoll isst, ist nie fertig, sondern entwickelt sich ständig weiter.

Intuitiv Essen 

 

„Intuitive Esser richten sich nach ihren Hungersignalen und essen ohne sich schuldig zu fühlen.

(Resch/Tribole, 2013, 48).

Resch/Tribole erklären in ihren Ausführungen zum intuitiven Essen Grundzüge des menschlichen Gehirns, um verständlich zu machen, dass wir alle als intuitive Esser*innen geboren wurden. „Wir Menschen funktionieren über das dynamische Zusammenspiel von Instinkt, Fühlen und Denken, zwischen denen das Gehirn der Vermittler ist und die zusammenarbeiten, um unser Leben zu dirigieren“ (ebd, 14). Drei Hirnregionen sind hierfür verantwortlich: das Reptilienhirn (Instinkt), das limbische System (Emotionen und soziales Verhalten) und das rationale Gehirn (Gedanken und Sprache). In der Evolution entstand zunächst das Reptilienhirn: Reptilien agierten ausschließlich nach ihrem Instinkt. Im weiteren Verlauf, mit Entstehung der Säugetiere entwickelte sich das limbische System, welches die instinktiven Reaktionen des Reptilienhirns mit den dort entstandenen Gefühlen überlagerten. Hierdurch wurde die Wahrnehmung erweitert. Schließlich entstand das rationale Gehirn, bei welchem die instinktiven und gefühlsmäßigen Teile abgewägt werden.  Alle drei Hirnregionen fließen in den Essensprozess mit ein.

 

Beim intuitiven Essen geht es darum, das Vertrauen zum eigenen Gehirn wieder aufzubauen. Es geht darum, die inneren Signale wahrzunehmen, sodass die Instinkte, also die innere intuitive Weisheit mehr und mehr in den Essensprozess miteinbezogen werden können. Es geht darum, sich zu üben, die nötigen Informationen in den drei beschriebenen Hirnregionen abzurufen.

 

Kleinkinder folgen diesem Prozess zunächst, werden dann älter und entscheiden immer mehr aufgrund von Gefühlen und Gedanken, was gegessen wird. Häufig kommen noch viele weitere Aspekte hinzu, die das Vertrauen zur eigenen inneren Weisheit erschüttern, wie beispielsweise die Einflussnahme der Eltern auf die Ernährung. Je mehr Regeln von außen mit in den Essensprozess einbezogen werden, desto schwieriger kann es sein, die eigenen Informationen abzurufen und die natürliche Fähigkeit, intuitiv zu essen, zu nutzen.

 

„Intuitives Essen ist ein dynamischer Prozess, bei dem Geist, Körper und Essen in Einklang gebracht werden“

(Rescht/Tribole, 2013, 28).

Die 10 Prinzipien intuitiven Essens 

Resch/Tribole entwickeln 10 Prinzipien intuitiven Essens, die dabei hilfreich sein können, die eigene Beziehung zu Nahrungsmitteln zu normalisieren.

 

1. Legen Sie die Diätmentalität ab.

    • beutet eine bewusste Entscheidung zu treffen, keine Hoffnungen mehr in Diäten zu setzen und auch keine mehr zu beginnen, da diese gesundheitsschädigend sind.

 

2. Honorieren Sie Ihren Hunger.

    • bedeutet, den Körper nach seinen biologischen Bedürfnissen mit einer angemessenen Energie- und Kohlenhydratezufuhr zu ernähren, indem gelernt wird, auf erste biologische Hungersignale zu achten.

 

3.Schließen Sie Frieden mit dem Essen.

    • beutetet, sich eine bedingungslose Erlaubnis zu essen zu erteilen.

 

4. Sagen Sie der Essenspolizei den Kampf an.

    • bedeutet, der Überwachung der Einhaltung von unvernünftigen Essensregeln ein Ende zu setzen.

 

5. Spüren Sie ihre Sättigung.

    • bedeutet, auf die Sättigungssignale des eigenen Körpers zu hören.

 

6. Entdecken Sie den Genussfaktor.

    • bedeutet, sich das Genuss- und Zufriedenheitserlebnis durch Essen zu gönnen.

 

7. Bewältigen Sie Ihre Gefühle ohne den Einsatz von Essen.

    • bedeutet, alternative Strategien zu entwickeln um Gefühle zu bewältigen.

 

8. Respektieren Sie Ihren Körper.

    • bedeutet, unrealistische Erwartungen an den eigenen Körper zu verwerfen und die eigene genetische Veranlagung zu respektieren.

 

9. Bewegung – fühlen Sie den Unterschied.

    • bedeutet, sich darauf zu konzentrieren, wie es sich Bewegung anfühlt anstatt zu zählen, wie viele Kalorien verbraucht werden.

 

10. Erhalten Sie ihre Gesundheit mit sanfter Ernährung.

    • bedeutet, Nahrung zu entdecken und sich fortan für diese zu entscheiden, die Ihnen gesundheitlich guttut – ohne Richtlinien von außen.
Studien und Wirksamkeit

Untersuchungsergebnisse zeigen (vgl. ebd, 365ff), dass der Body-Maß-Index sowie Triglyceridwerte (ausschlaggebend für Herz-Kreislauf-Erkrankungen) im Zusammenhang mit intuitivem Essen niedriger sind und dass ein verinnerlichtes kulturelles Magerideal weniger stark ausgeprägt ist. Intuitiv Essende essen weniger aus emotionalen Gründen und unterdrücken seltener die eigenen Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse. Ein gestörtes Essverhalten kommt im Zusammenhang mit intuitivem Essen seltener vor.

 

Gleichzeitig zeigen die Untersuchungsergebnisse, welche Merkmale im Zusammenhang mit intuitivem Essen höher bzw. stärker ausgeprägt sind:

 

Intuitiv Essende empfinden ein höheres Selbstwertgefühl, Genuss durch Essen und entwickeln vermehrt lösungsorientierte Bewältigungsmechanismen.

 

Wohlgefühl und Optimismus sind ebenso stärker ausgeprägt wie die psychische Widerstandskraft oder die bedingungslose Selbstachtung. 

 

Intuitiv Essende nutzen vermehrt eine Vielfalt an Nahrungsmitteln, achten und akzeptieren ihren Körper verstärkt.

 

Sie haben einen höheren HDL-Wert (gutes Cholesterin) und ein interozeptives Bewusstsein (sie sind also mehr im Kontakt mit sich).

 

2011 erschien eine Dissertation von Young W. bezüglich intuitivem Essen bei College-Studentinnen, deren Ergebnisse Tribole/Resch so zusammenfassen: „Dies ist die erste Studie, die die Wirksamkeit eines Programms intuitiven Essens untersucht, das entwickelt wurde, um normales Essverhalten zu stärken und die Risikofaktoren für Essstörungen zu verringern. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Modell intuitiven Essens ein Erfolg versprechender Ansatz sein kann, um bei College-Student*innen Essstörungen vorzubeugen.“ (ebd, 385).

 

 

Weitere Studien und eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.